Aktuelles

November 17, 2019

Missionsbericht

RESQSHIP ist seit April 2019 in regelmäßigen Einsätzen mit dem Segelschiff Josefa auf einer Beobachtungsmission im zentralen Mittelmeer. Mit dieser Mission machen wir gezielt aufmerksam auf das Leid flüchtender Menschen im Mittelmeerraum und setzen ein klares Zeichen, dass Nothilfe im Wege der Seenotrettung zwingend notwendig ist, um diese Menschen vor dem Tod durch Ertrinken zu bewahren.

Im Laufe unserer Einsätze waren wir oftmals das einzige Schiff, das im SAR-Gebiet patrouillierte und das an einer Rettung der Geflüchteten im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention interessiert war. Offensichtlich ist dabei, dass eine Search-and-Rescue-Zone nur sinnvoll sein kann, wenn in der Zone auch Schiffe suchen, retten und die Menschen in einem sicheren Hafen an Land bringen. Für uns ist klar, dass ein solcher sicherer Hafen aufgrund der gravierenden Situation in Libyen nur in Europa liegen kann. Diese Aufgabe wurde auch 2019 zu großen Teilen von privaten Organisationen wie RESQSHIP übernommen.  
Unsere letzte Mission mit der Josefa in diesem Jahr endete am 28. Oktober. Um ab kommendem Frühjahr wieder regelmäßig Einsätze im zentralen Mittelmeer fahren zu können, streben wir derzeit den Kauf eines neuen, größeren Schiffes an. Hierzu sind wir auf eure Spenden angewiesen. Eine Bankverbindung findet ihr am Ende dieses Berichts.


Nun aber möchten wir euch einzelne wichtige Eindrücke und gewonnene Erkenntnisse aus den vergangenen Missionen mit der Josefa schildern.

October 07, 2019

Position Paper

With the present document, the signing non-governmental-organisations involved in search-and-rescue activities in the Mediterranean Sea, jointly share the following considerations and recommendations to the JHA Ministers reuniting in Luxembourg to follow up to the mini-summit of 23 September held in Malta. The question of a fair and human needs-based relocation mechanism remains unresolved. In recent months there have been repeated stand-offs of up to 19 days1 until a number of volunteering EU Member States (MS) have agreed on ad-hoc distribution schemes of relocation for the people rescued in the Central Mediterranean Sea. This practice contradicts international maritime and human rights law, in particular with regards to the obligation set by the legal framework applicable to search and rescue for bringing shipwrecked people to a “Place of Safety” (PoS)2 without any delay.3

Establishing a relocation mechanism for people rescued at sea by private ships is secondary to the wider problem of the ongoing severe violations of international human rights law occurring in the Mediterranean area against people who migrate. These violations are above all put in place through the cooperation of the EU Member States with third countries such as Libya, a country afflicted by a civil war, in which the so-called authorities are in strict connection with traffickers of human beings, and tortures and inhuman and degrading treatments are usually perpetrated against foreigners, as several Institutional reports denounced in details in last years. We reaffirm that the opening of legal entry channels from third countries, and humanitarian corridors from countries at war, constitutes the only real way to fight and dismantle smuggler networks in the Central Mediterranean

Moreover, the lack of comprehensive and reliable figures and follow-up on the distribution of disembarked persons results in nontransparent relocation practices, as countries may often receive fewer people than originally pledged.4 Furthermore, current ad hoc mechanisms with little accountability are maintaining unequal treatment with regards to responsibility-sharing among the EU MS. In order to meet these concerns, the signing organisations wish to share a set of guidelines in light of the Council of JHA Ministers and having as reference the Joint Declaration of 23 September 2019 resulting from the mini-summit in Malta.

September 09, 2019

Mittelmeer: RESQSHIP-Crew rettet 34 Menschen

Am 09.09.2019 hat die RESQSHIP-Crew an Bord des Schiffes Josefa während einer Beobachtungsmission 34 Menschen - darunter eine schwangere Frau und ein Baby - aus Seenot von einem kleinen Schlauchboot gerettet. Alle Personen wurden zuerst auf dem Schiff aufgenommen und an Deck erstversorgt. In der Nacht verschlechterten sich die Wetterbedingungen aufgrund eines Gewitters so massiv, dass die geretteten Menschen an das Rettungsschiff Ocean Viking übergeben werden mussten.

 

Am Mittag des 09.09.2019 erhielt unsere Crew auf See vom zivilen Suchflugzeug Moonbird die Information, dass sich westlich der eigenen Position in internationalen Gewässern ein Boot in Seenot befindet. Da das Schiff das nächstgelegenste war, kam die Crew selbstverständlich ihrer seemännischen Verpflichtung zur Hilfeleistung nach und nahm Kurs auf die genannte Position.

 

Bei der Suche wurde unsere Crew auch von der sogenannten libyschen Küstenwache über Funk um Hilfe gebeten. Am Abend konnte unsere Crew ein kleines Schlauchboot mit 34 Personen (darunter Frauen und ein Baby) an Bord ausfindig machen. Wärmedecken und Trinkwasser wurden ausgeteilt. Zuerst wurden eine schwangere Frau und ein Baby an Bord genommen. Aufgrund der Instabilität des Flüchtlingsbootes wurden danach alle Menschen an Bord geholt. Nachdem alle Menschen auf der Josefa in Sicherheit gebracht worden waren, traf ein libysches Patrouillenboot ein, vergewisserte sich, dass alle Menschen gerettet wurden und bot Unterstützung an. Das libysche Boot zog sich daraufhin wieder zurück.

 

Um gemäß den Vorschriften des Seerechts die Menschen an einen sicheren Ort zu bringen, nahm unsere Crew Kontakt zum Rettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen auf. Unser Skipper Friedrich Reich informierte die Rettungsleitstelle in Tripolis und bat um Zustimmung, dass die geretteten Menschen an die Ocean Viking übergeben werden können. Eine Antwort blieb leider aus. „Zwischenzeitlich verschlechterten sich die Wetterbedingungen derart, dass die Sicherheit der Menschen an Bord des Segelschiffes nicht länger zu gewährleisten war“, so Friedrich Reich. Aufgrund der drohenden Notsituation wurden alle Geretteten sicher an Bord der Ocean Viking gebracht.

 

Wir freuen uns, dass alle 34 Menschen überlebt haben und sich nun in Sicherheit befinden. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit SOS Mediterranee / MSF und für die schnelle Hilfe. Wir danken außerdem unserer Crew für ihren entschlossenen Einsatz.

 

Während es keine staatliche europäische Seenotrettung mehr gibt und zivile Rettungsschiffe blockiert und festgesetzt werden, geraten weiter Menschen auf See in akute Not. Wir fordern eine europäische Politik, die Menschen nicht ertrinken lässt und im Sinne der Humanität an nachhaltigen Lösungen arbeitet.

 

Für Rückfragen:

Laura Fabich

presse@resqship.org

0049-15901342464

 

Spendenkonto:

IBAN DE18 4306 0967 2070 814500

BIC: GENO DE M1 GLS

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